Aus den informellen Werkreihen OPULENT / REDUZIERT zeigt der Maler moseke während des Gallery Weekends 2018 ausgewählte Arbeiten. Präsentiert vom Collectors Club Berlin:
28. April: 14 – 22 Uhr + 29. April: 11 – 18 Uhr
Rathenau Hallen Wilhelminenhofstraße 83, Gebäude 74, 12459 Berlin
Der Erfolg ist intim: das Bild.
Kontinuierlich stellt die nicht-gegenständliche Malerei das Fundament seines künstlerischen Schaffens dar. Komposition als Kernthema, gegenläufige oder plane Strukturen, pastose Farbflächen, deutlicher Duktus und eine reduzierte Palette sind charakteristisch für seine Arbeiten. Immer münden intensiv durchgearbeitete Sujets in eine malerische Konsequenz. Intuition und Konzept werden hierbei nicht als gegensätzliche Herangehensweisen wirksam – sie bedingen einander und formen, mit entschlossenen Setzungen, emotionale Bildräume. Ob tiefdunkel oder gleißend hell, mosekes Werke transportieren seine optimistische Haltung zum Leben und zur Leidenschaft. Die vorliegende Auswahl stellt Ihnen zwei Konsequenzphasen seines Schaffens vor.
Pastos vermischt moseke die Farbe auf der Leinwand. Die ineinander gemalten Farbverläufe werden zu gegenläufigen Strukturen. Das helle Bild „licht“ erhält keine Schwerpunkte wie später „Plexus“, „Opus“ oder „verdeckt“ – es scheint auf den ersten Blick nahezu monochrom.
Informel: Das informelle Bild verwebt Farbflüsse, Kontrastierungen, Übergänge und Schichtungen. Seine Gestaltungselemente sind entgegen des klassischen Kanons: Gesten, Farben und Material sind hinsichtlich ihrer Expressionsfähigkeit gleichwertig. Und ihre Setzung ist –ob gestisch oder geführt– immer konsequent.
Form ist abwesend. Freiheit ist präsent.
Der Betrachter gelangt zu einer Ahnung, welch vielschichtig-schöpferischer Prozeß dem Bild vorausging. Der Maler folgt seiner inneren Stimme. Dann führt das Empfinden in seiner Zwangsläufigkeit zur Herausarbeitung eines Gedankenwegs, einer Intuition – und einer Bildstruktur. moseke arbeitete sich von 1995 bis etwa 2000 vom punktuell–gleichförmigen Schwung (ähnlich einer Schrift) und einer ungebrochenen, fließenden Komposition hin zum gröberen Duktus.
Durch seine Art des Farbauftrags erzeugt moseke Tiefenstrukturen, die den Betrachter zu einer Wanderung durch die Farbverläufe einladen.
Oder – wie es Prof. Hermanus Westendorp (1947 – 2017) formulierte: „Ich habe das Gefühl, jetzt ziehe ich meine Badehose an und springe da rein.“ (1995)
Die Bilder haben ein eigenes Gedächtnis, ein strukturell tieferes. Wir können nicht nur in das Bild kommen, die Spuren seiner Entstehung erspüren und es komplex wahrnehmen, sondern auch erleben, wie die Bildwirkung aus dem Farbraum heraus in den Raum greift. Sie erzeugen –modifiziert durch bspw. das sie umgebende Licht– stets neue Erlebnisse im Raum, wodurch sie im wahren Sinn des Wortes selbst schöpferisch sind und bleiben.

Moseke – Vita
1992 -1996 Studium der Malerei, FH Ottersberg – Diplomabschluß bei Prof. Westendorp. Lebt und arbeitet in Berlin.
Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, so zum Beispiel: Zeugnisse komplexer Existenz – Galerie Herold, Bremen (1996), Cooltur 030 – Tacheles, Berlin (2004), Gesicht der Zeit – Internationales Forum, Berlin (2007), Berlin Art Week: Painting – G11 Gallery, Berlin (2012), Berlin Extravaganza – ESPACE St. Bernard, Brüssel (2016), Puls, pulse, pulsa! – Palais am Festungsgraben, Berlin (2017), Messe KUNST/MITTE, Magdeburg, 2017/18, Bestiario – Centro Internazionale della Grafica, Venedig, Assoz. Intern. Incisori, Rom, Controsegno, Neapel, 2017-18.
Kunstgesellschaft und kreatives Netzwerk: der Collectors Club Berlin
Kunst setzt sich mit Emotionen, Ideen und Werten auseinander – und kreiert sie. Die Arbeiten zeugen vom Begehr nach Farbe, von der Dringlichkeit des Strichs, von Formen, Materialien und von Leidenschaft. Es geht um Lebendigkeit. Auch für uns Betrachter. Ob ein Bild in uns wirkt, hängt davon ab, wie viel wir hereinlassen. Welches Maß an innerer Bewegtheit ertragen wir? Und wie sollen wir erst den monetären Wert einer solchen Arbeit messen? Sollten wir dem ‚Aktienmarkt’ Glauben schenken? Den vielen Stimmen in den Magazinen? Wer schreibt die Kunstgeschichte? Welche Macht hat Kunst, wenn wir uns totalitäre Staatssysteme ansehen? Fühlen wir uns eigentlich frei – oder sind wir verhaftet in gelernten Schubladen und in von Entertainment getriebenen Marketingstrukturen? Viele Kunstsammler und junge Interessierte stellen sich diese Fragen und für uns – den Collectors Club – ist es wichtig, teilzuhaben an diesen Prozessen. Wir bringen Kunstsammler und Künstler zusammen – in Salon-, Galerie-, Messe- oder Ateliergesprächen. So helfen wir nicht nur, Sammlungen auszubauen, sondern fördern durch diese Begegnungen das Selbstvertrauen beider Seiten, die Offenheit und einen lebendigen Dialog.
Presse: Abdruck kostenfrei, Beleg/Link erwünscht (pressroom@collectorsclub.berlin)
Die Bildrechte liegen alle beim Künstler, Matthias Moseke (moseke.de).
Text: Jana M. Noritsch
