100 Jahre Konkrete Kunst! Sammlung Grauwinkel in Schloss Königshain

Konkrete Kunst im Doppelpack: Die Sammlungsausstellung „Die Gruppe Systhema & der Zauber des Lichts“ im Schloss Königshain eröffnet mit knapp 60 künstlerischen Positionen am 14. April um 14.30 Uhr. Und am 19. Mai spricht hier um 13.00 Uhr Prof. Dr. Dieter Ronte!
Eine zweite Empfehlung zum Thema dort ganz in der Nähe: Ebenfalls am Pfingstsonntag, 19. Mai, ab 15 Uhr zeigt der Kunstraum Roy in Gerichtskretscham in Kunnersdorf (b. Görlitz) mit Werken von Lore Bert, Waldo Balart, Nikola Dimitrov, Hans Jörg Glattfelder, István Haász, Otto Reitsperger, Reinhard Roy, Klaus J. Schoen, Norbert Thomas und Ludwig Wilding.

Da Theo van Doesburg 1924 den Begriff Konkrete Kunst einführte, ist es erfreulich, zwei Ausstellungen zu dieser Strömung anzukündigen.
Das Wichtigste vorweg: Die Ausstellung des Privatsammlers Siegfried Grauwinkel lädt ab dem 14. April 2024 ein, Werke von
Frank Badur, Waldo Balart, Tamara Berdowska, Lore Bert, Max Bill, Hartmut Böhm, Andreas Brandt, Hellmut Bruch, Antonio Calderara, Piero Dorazio, Rita Ernst, Gerhard Frömel, Günter Fruhtrunk, Heinz Gappmayr, Stefanos Gazis, Johannes Geccelli, Kristin Gerber, Angela Glajcar, Hans Jörg Glattfelder, Kuno Gonschior, Erwin Gottemeyer, István Haász, Olaf Holzapfel, Viktor Hulík, Thomas Kaminski, Jan Kotík, Siegfried Kreitner, Josef Linschinger, Dóra Maurer, Ignac Meden, Manfred Mohr, François Morellet, Jan van Munster, Aurelie Némours, Georg Karl Pfahler, Lothar Quinte, Dirk Rathke, Hans Peter Reuter, George Rickey, Betty Rieckmann, Christian Roeckenschuss, Reinhard Roy, Rolf D. Schmidt, Klaus J. Schoen, Turi Simeti, Peter Sedgley, Meik Stamer, Anton Stankowski, Esther Stocker, Wanda Stolle, Franz Türtscher, Günther Uecker, Rudolf Valenta, Victor Vasarely, Bernar Venet, Mar Vicente und Ludwig Wilding zu erleben!
Der Titel der Sammlungsschau „Die Gruppe Systhema & der Zauber des Lichts“ verrät bereits zwei relevante Details. Zum einen geht es insbesondere um Werke, die mit Licht arbeiten. Und zum anderen wird hier erneut die Gelegenheit gegeben, die fast in Vergessenheit geratene Berliner Künstlergruppe SYSTHEMA zu entdecken.

Betty Rieckmann „a morphing Frank Stella“, 2014
Betty Rieckmann „a morphing Frank Stella“, 2013

Auf ganz unterschiedliche Weise wird das Licht zu Material in den Werken der konkreten Künstler:innen. Zuweilen verändern die Objekte – wie bei Betty Rieckmann, Jan von Munster oder Peter Sedgley – eigens die Lichtformation. Bei anderen Werken beeinflussen sowohl die Position der Betrachtenden als auch die Beleuchtung im Raum die Lichteffekte. Beispielsweise bei Hartmut Böhm, wenn das Werk mit gerichtetem Licht aus unterschiedlichen Richtungen eine jeweils ganz andere Wirkung bekommt.

Mitte der Siebzigerjahre gründete sich die Künstlergruppe SYSTHEMA mit Frank Badur, Andreas Brandt, Stefanos Gazis, Johannes Geccelli, Kristin Gerber, Thomas Kaminsky, Jan Kotik, George Rickey, Christian Roeckenschuss, Klaus J. Schoen, Peter Sedgley und Rudolf Valenta. Alle miteinander verband die Auflehnung gegen das damals herrschende Establishment im auf Realismus fixierten Berlin – und bei aller Heterogenität ihrer einzelnen Positionen einte sie eine elementare systematisch-konstruktive, abstrakte, konkrete, sogar technoid-kinetische Bildsprache.
Dem Kunstsammler Siegfried Grauwinkel (grauwinkel.de) ist es zu verdanken, dass in den letzten Jahren
verfügbares Material zusammengetragen wurde, das in der vorliegenden Bestandsaufnahme aufgearbeitet und im Zuge dessen archiviert wurde. Dies verdeutlicht, was privat initiierte Sammlungsforschung zu aktivieren im Stande ist. Wie auch museale Sammlungen stellen Privatsammlungen durch ihre Aktivitäten zahlreiche Verbindungen her und kuratieren Werke in differenzierte Zusammenhänge. Die Publikation (ISBN 978-3-00-070080-4) anlässlich des Engagements des Kunstsammlers Grauwinkel ist ein Beispiel für wertvolle Recherchen zu Kunstwerken, gibt Zeugnis über eine kunsthistorisch relevante Entdeckung und visualisiert honorierend die erneut erfolgreichen Bemühungen einer Sammlung, eine öffentliche Ausstellung zu realisieren. Die Gruppe SYSTHEMA zu finden, war ein erfreulicher Zufall für den Sammler vornehmlich konkreter Kunst: Durch kontinuierliche Gespräche mit den Künstlern seiner Sammlung und verschiedene Recherchen kann hiermit ein Stück Berliner Kunstgeschichte bewahrt werden. Im Sommer 2021 zeigte das KunstHaus Potsdam auf Initiative von Siegfried Grauwinkel einige Arbeiten aus seiner Sammlung im Rahmen einer “Gruppe SYSTHEMA”-Ausstellung.

Ab 14. April 2024 wird die Gruppe erneut in eine Ausstellung eingebunden: Im oberlausitzischen Schloss Königshain.
Auch den Vortrag von Dr. Dieter Ronte am Pfingstsonntag um 13 Uhr sollten sich Freund:innen der Konkreten Kunst nicht entgehen lassen!

Schloss Königshain
Dorfstraße 29
02829 Königshain
http://www.museum-oberlausitz.de
Tel.: (+49) 035826 64686
Ausstellungsdauer
14.04. – 02.06.2024 >> Di., Mi., Do.: 11. – 15.00 Uhr sowie Sa., So., Ftg.: 13. – 17.00 Uhr

Veranstaltungen
14.04. | 14.30 Uhr Der Sammler Siegfried Grauwinkel wird befragt
19.05. | 13.00 Uhr Vortrag Prof. Dr. Dieter Ronte
02.06. | 14.00 Uhr Rundgang mit dem Sammler Siegfried Grauwinkel

Die Sammlung Grauwinkel hat sich programmatisch auf die Stilgattung konstruktiv-konkrete Kunst konzentriert und stellt in ihrem Umfang eine der größten Privatsammlungen auf diesem Gebiet in Europa dar. Schwerpunkte innerhalb der seit über 40 Jahren bestehenden Sammlung sind Werke der Berliner Künstlergruppe Systhema sowie Kunstwerke mit besonderem Bezug zu Licht.

Ort des zweiten Tipps:
KUNSTRAUM ROY
Gerichtskretscham, Kirchplatz 4
D – 02829 Kunnersdorf bei Görlitz
PFINGSTEN Sonntag 19. Mai 2024 um 15.00 Uhr
EMPFANG & VERNISSAGE Laudatio: Prof Dr. Dieter Ronte
17.00 Uhr KONZERT (Eintritt) Mathis Rochat, Viola und Erdem Misirlioglu, Klavier


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